Data is the new oil

Im Zuge der Digitalisierung und der zunehmend datenbasierten Geschäftswelt nehmen Daten und vor allem deren betriebswirtschaftlich relevante Nutzung eine entscheidende Bedeutung sowohl bei der strategischen Geschäftsausrichtung als auch bei der effizienten Prozessgestaltung ein. Der digitale Wandel bietet dem Schweizer Finanzplatz und der Volkswirtschaft grosse Chancen. Aktuell kann die Schweiz mit einem Marktanteil von 24,0 Prozent im globalen grenzüberschreitenden Private Banking die Rolle der Weltmarktführerin für sich behaupten.

Ein Bericht des Bundesrats über die zentralen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft kommt zum Schluss, dass die Schweiz durchaus gut positioniert ist, um sich im digitalen Strukturwandel zu behaupten und sich dadurch ihre Führungsrolle zu bewahren. Die Digitalisierung vereinfacht die Verlagerung einzelner Abteilungen und Geschäftsprozesse, es ändern sich aber auch die Berufsprofile der Bankmitarbeitenden.

Die Erkenntnis, dass der Strukturwandel durch die Digitalisierung eine Chance darstellt, aber gleichzeitig zum Handeln auffordert, ist schliesslich auch bei den Schweizer Banken angekommen:

Laut einer Publikation von einer der grössten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf Basis einer statistischen Erhebung zu Beginn des Jahres 2017 erklärt die Mehrzahl der 120 befragten Schweizer Bankenhäuser das Thema «Prozessoptimierung und Industrialisierung» zur Chefsache. Die Befragten gaben hierbei an, dass dieses Thema die grössten Auswirkungen auf die Kostensenkung und -Effizienz haben wird. (Quelle: https://www.finews.ch/news/banken/25736-die-priorit)

Die Regulierung als Kostenverursacher Nummer 1

Neben den technologischen Trends, die sich aus der Digitalisierung ergeben und auf die Banken einwirken, stellt die zunehmende Regulierungsdichte und die damit einhergehenden Kostensteigerungen eine grosse Belastung für die Bankenbranche dar. So tritt zum 28. Mai 2018 die DSGVO, die Datenschutzgrundverordnung der EU, auch bekannt als General Data Protection Regulation GDPR, in Kraft und betrifft dabei nicht ausschliesslich Finanzinstitute der EU. Da die europäische Verordnung nicht nur auf den EU-Raum beschränkt ist, sondern ebenfalls sämtliche Unternehmen von ihr betroffen sind, welche mit Personendaten von EU-Bürgern arbeiten, müssen sich alle Schweizer Bankenhäuser mit der neuen Regelung und den daraus entstehenden Anforderungen vertraut machen. Bei Verstoss gegen die DSGVO drohen in Zukunft drakonische Strafen, denn statt der bisherigen Höchststrafe von 10’000 Franken wurden die Bussgelder nun auf bis zu 20 Mio. Euro bzw. 4% des weltweiten Firmenumsatzes festgesetzt.

Banken können es sich nicht länger erlauben, weiter zu warten

Um diese Bussgelder zu vermeiden, müssen die neuen Vorschriften zum Schutz der Privatsphäre schnellstmöglich durch die Finanzintermediäre umgesetzt werden. Problematisch ist hierbei jedoch, dass viele Bankenhäuser eine unübersichtliche Systemlandschaft haben, die unkoordiniert gewachsen oder durch Unternehmenszukäufe entstanden ist, und so eine Streuung der personenbezogenen Daten über mehrere Systeme besteht. Wenn nun die DSGVO eine Datenschutz-Folgeabschätzung bei besonders heiklen Daten verlangt, können Schatten-IT und veraltete, unübersichtliche Systemlandschaften dies zu einer fast nicht zu bewältigenden Aufgabe werden lassen.

Sowohl die Datenschutz-Folgeabschätzung als auch die Datenschutzverletzung führen zu neuen Prozessen, die vom Datenschutzbeauftragten wahrgenommen werden müssen. So muss bspw.
72 Stunden nach einem Verstoss gegen die Datenschutzverordnung eine ausführliche Meldung
- sowohl an die Behörden, als auch an die Betroffenen - erstattet werden. Bei Verletzungen dieser Vorgaben haften die Verantwortlichen nun unter Umständen sogar persönlich mit ihrem Privatvermögen. Um dem entgegenzuwirken und bspw. die zeitlichen Vorgaben überhaupt einhalten zu können, müssen die Geschäftsprozesse so schlank und effizient wie möglich gestaltet sein.

Neue Herausforderungen erfordern bessere Prozesse

Mithilfe von Process Mining können genau diese Herausforderungen gestemmt werden. Process Mining ermöglicht es dem Kunden, die Effizienz seiner Prozesse zu optimieren, sodass beispielsweise Durchlaufzeiten minimiert, Kosten eingespart und Ressourcen optimal verteilt werden können.

Das Process Mining basiert auf den protokollierten und somit tatsächlich gelebten Geschäftsprozessen und ermöglicht deren Visualisierung ohne subjektive Verfälschung. Auf Basis des entstehenden Prozessmodells können SOLL-IST-Abweichungen im Prozess identifiziert, Ineffizienzen aufgedeckt und Prüfungen auf Compliance-Konformität im Sinne der DSGVO durchgeführt werden.

Alle Vorteile auf einen Blick

Vorteil des Process Mining ist, dass es sich um eine toolbasierte Anwendung handelt, deren Einsatz von der Software des Kunden unabhängig ist und wenige Ressourcen auf der Kundenseite bindet. Benötigte man bei den klassischen Prozessoptimierungsmethoden aufgrund von zeitintensiven Workshops und Interviews mit Prozessverantwortlichen mehrere Monate für die Erstellung eines subjektiven Prozessmodells, ist nun im Gegensatz dazu eine minimale Zeit- und Ressourcenbindung des Kunden notwendig und die Objektivität der Daten und Ergebnisse gewährleistet. Insbesondere im Hinblick darauf, dass die DSGVO ab dem Inkrafttreten vollumfänglich auf alle Geschäftsprozesse angewandt werden muss, würden bei Durchführung klassischer Methoden erhöhte Zeit- und Ressourcenaufwände entstehen, die durch das Process Mining minimiert bzw. vermieden werden können.

Trotz des Regulierungswahnsinns durch Optimierung zum Ziel

Dies führt zu Einsparungen von administrativen Kosten, was sich wiederum positiv auf die Kostenseite einer Bank auswirkt. Dies ist hinsichtlich der aktuellen Ertragslage der Schweizer Banken auch erforderlich: Der aggregierte Geschäftserfolg der Banken in der Schweiz ist im Jahr 2016 um 3,2 Prozent auf CHF 62,5 Mrd. gesunken, wobei Aufwendungen aufgrund von Regulierungsmassnahmen einen der grössten Kostentreiber darstellen.

Bisherige Erfahrungswerte zeigen, dass Unternehmen mittels Process Mining die Durchlaufzeiten einzelner Prozesse um bis zu 37 Prozent beschleunigen und gleichzeitig eine Senkung ihrer Prozesskosten um rund 25 Prozent erreichen konnten, was erwartungsgemäss einen erheblichen Einfluss auf die bankenspezifischen KPIs wie EBIT, ROI und CIR hat.

«Data is the new oil» und Process Mining ist die Raffinerie

Der erstellte und visualisierte IST-Prozess bildet die Basis für eine umfassende Analyse und Überarbeitung. Auf diese Weise kann das Verständnis dafür geschaffen werden, wie die Geschäftsprozesse tatsächlich ablaufen, mit allen dazugehörigen Prozessschritten, Schleifen, benötigten Zeiten und Ausnahmen. Nicht die Erkenntnis, dass der eigene IST-Prozess vom SOLL-Prozess abweicht, ist ausschlaggebend, sondern wie gross die Abweichung tatsächlich ist. Erst nach der Identifikation der realistischen Abweichungen können lösungsorientierte Massnahmen erarbeitet und umgesetzt werden, was nicht nur die Effizienz des Prozesses steigert, sondern auch Bearbeitungs- und Wartezeiten für den Kunden verkürzt. Dies wiederum führt zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit und es stellt einen bedeutenden Faktor in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum der Banken dar.

Regularien kosten – Process Mining spart

Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik bei der Schweizer Bankiersvereinigung (SBVg), ist sich sicher, dass die Sicherung des EU-Marktzuganges eine entscheidende Rolle einnimmt. Dies schafft insbesondere angesichts des Inkrafttretens der DSGVO 2018 für die Schweizer Finanzintermediäre die Notwendigkeit, genau über ihre Prozesse Bescheid zu wissen und diese zu optimieren, um auch weiterhin trotz verschärfter regulatorischer Rahmenbedingungen Weltmarktführer im Private Banking bleiben zu können.

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