Review CubeServ BI-Event

15. CubeServ BI-Event in Bad Wörishofen

Am 08./09.09.2016 veranstalteten wir unseren BI-Event mit Kunden, Vertretern der DSAG und der SAP. Für mich war es Premiere: meine erste Keynote. Entsprechende Aufregung war inklusive mit unruhigen Nächten.

Das Event ist für mich immer etwas Besonderes, da der Austausch untereinander sehr intensiv ist. „Nur“ 30 Teilnehmer, die dafür intensiv diskutieren. Ein beeindruckendes Konzept, das in diesem Jahr zum 15. Mal durchgeführt wurde.

In meiner Keynote hatte ich vier Schwerpunkte:

  • die Wirksamkeit von BI,
  • Veränderungen, die sich aus der Entwicklung von S/4HANA ergeben,
  • die SAP BO Cloud und
  • Schritte zum erfolgreichen Predictive gelegt.

 
Dieser BI Event war für uns auch deshalb aussergewöhnlich, da sich Norbert Egger im Oktober aus dem operativen Geschäft verabschieden wird. Hier galt es Dank zu sagen und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass wir als CubeServ Group weiterhin den Anspruch an uns haben, Leader im SAP BI Markt zu sein. Wir wissen, dass uns diese Position nicht einfach zufallen wird, und werden daher auch in den relevanten Bereichen weiterhin massiv investieren. Sowohl in Technologie als auch in unsere Mitarbeiter.

Der Vormittag des ersten Tages wurde durch den Vortrag von Eric Schemer, Vice President Product Management Analysis & Planning, SAP SE, abgerundet. Die Aufmerksamkeit aller Zuhörer war ihm schon mit den ersten Worten gewiss, als er die Motivfolien der letzten Roadmaps und die jeweilige Kritik von der DSAG Revue passieren liess. Hilfreich war die Einordnung der verschiedenen Offerings: SAP BO Cloud auf der einen Seite und die On Premise-Welt mit Lumira (Design Studio), Analysis for Office, Crystal Reports, der Planungssuite und Predictive auf der anderen Seite. WeBI bleibt natürlich ein wesentlicher Bestandteil des Offerings, ist aber in dem Zusammenhang mit SAP BW nicht so relevant.

Besonders der Ausblick auf Lumira 2.0 (die Konvergenz von Design Studio und Lumira) und die erwartete Kommentierungslösung waren Highlights im ersten Teil des Vortrages. In dem neuen Lumira 2.0 wird einerseits dem Wunsch der Anwender, ohne IT-Unterstützung selbst in der Analyse tätig zu sein, Rechnung getragen. Auch die Notwendigkeit, komplexe Dashboards nach entsprechenden Design Guidelines sowie enthaltener Logik mit Expertenhilfe aufzubauen, wird berücksichtigt. So sind im Wesentlichen zwei Modi vorgesehen: Discovery (Exploration und Analyse) sowie Dashboarddesign.

Bisher erstellte Dashboards werden weiterhin lauffähig sein. Das Beste aus beiden bisher bekannten Tools wird somit in einem neuen Release zusammengeführt. Wobei es Strategie ist, dass bisherige Use Cases weiterhin abgebildet werden können und nicht jeder bekannte Klick auch weiterhin funktioniert.

Ein spezielles Highlight für die derzeitigen Anwender von Design Studio wird die Integration der In Memory Data Engine (Velocity Engine) sein. Hiermit ist der Zugriff auf eine ganze Reihe „neuer Datenquellen“ möglich. SAP wird bestehende Kunden nicht kurzfristig zu einer Migration zwingen, wir raten aber unseren Kunden Lumira 2.0 in die eigene Roadmap zu integrieren und so von den Vereinfachungen zu profitieren. Eric Schemer gab den anwesenden Kunden den klaren Rat neue Dashboards im m-Mode zu erstellen.

Die Strategie, die Tools weiter zusammenzuführen und damit den Kunden eine höhere Investitionssicherheit bei der Wahl ihrer Tools zu geben, wurde einhellig von allen Teilnehmern begrüsst.

In diese Richtung passt auch die Zusammenführung der Add Ins für Microsoft Excel. So wird es zukünftig nur noch ein Unified MS Office Client geben.

Am Abend vorher hatte BW/4HANA den Produktlaunch in San Francisco. Dies ist natürlich für die gesamte Community ein wichtiger Meilenstein. Mit dem erstmaligen Event für das SAP BW wurde bekräftigt, dass das BW eine eigenständige Berechtigung in der Systemlandschaft bei vielen Kunden haben wird und dass SAP in diesem Bereich massiv investieren und die Lösung weiterentwickeln wird. Eric Schemer hat in seinem Vortrag die Strategie hinter dem Produkt und auch den Mehrwert für die Kunden aufgezeigt. Gerade das Thema Mehrwert zum jetzigen Zeitpunkt wurde kontrovers diskutiert, da viele lieb gewonnene Objekttypen und Functions in dem neuen Produkt nicht mehr enthalten sind. Um aber eine leistungsfähige und zuverlässige Lösung weiterentwickeln zu können, müssen auch alte Zöpfe abgeschnitten werden. Gerade in der anschliessenden Diskussion wurde von Seiten der DSAG darauf hingewiesen, dass es für den Übergang einen Migrationsmodus gibt. Den kann man sich schon heute mit SAP BW 7.5 in einer Sand Box einschalten und so einen ersten Eindruck von den anstehenden Aufgaben bekommen.

Neben BW/4HANA war ein zweiter Schwerpunkt über die gesamten zwei Tage die SAP BO Cloud. Auch wenn manche Teilnehmer eine Konkurrenz zwischen der Cloudlösung und den On Premise Tools sehen möchten, so wurde durch den Vortrag von Eric Schemer deutlich, dass dieser Eindruck trügt. Vielmehr gab es durch die SAP BO Cloud für SAP die Chance, die bestehenden Erfahrungen in ein neues Produkt vollkommen basierend auf die HANA Technologie einzubringen und weiterzuentwickeln. So ist dieses Tool für die verschiedensten Use Cases konzipiert, sodass zukünftig User nicht mehr das Tool wechseln müssen, wenn sie ihre Rolle in ihrer Arbeit wechseln. Leicht verständlich wird der Ansatz, wenn man bedenkt, dass ein Planer sehr häufig auch Analyst ist und so die künstliche Trennung durch die verschiedenen Tools den eigentlichen Bedürfnissen eines typischen Users nicht entsprechen.

Jörg Steinhorst, Sprecher des Arbeitskreises BI & CPM bei der DSAG, hatte mit seinem sehr anschaulichen Vortrag die Aufgabe dem Auditorium über das Mittagstief hinweg zu helfen. Hierbei hat er sehr pointiert einerseits die Herausforderungen von Kundenseite beschrieben, wie auch die Sicht der DSAG zu der SAP Produktstrategie dargestellt. Die Zusammenführung der verschiedenen On Premise-Tools, ein Tool für alle Zwecke in der Cloud und dem Schritt hin zum HANA optimierten Data Warehouse  mit BW/4HANA wird den Kunden bei zukünftigen Investitionsentscheidungen helfen.

In der anschliessenden Diskussion wurde deutlich, dass die Kunden vor ganz erheblichen Herausforderungen stehen: Es gilt einerseits die neuen Anforderungen aus dem Business umzusetzen. Andererseits gilt es die bestehenden Applikationen weiterzuentwickeln und in die neue Welt zu tragen. Die alten Lösungen kann man nicht einfach abschalten.

Anschliessend folgten zwei Kundenvorträge, die sich insbesondere mit der Front Endstrategie beschäftigten. Es wurde sehr anschaulich aufgezeigt, wie versucht wird über bestimmte Use Cases die Anforderungen aus dem Business zu klassifizieren und jeweils eine eindeutige Toolempfehlung abgeben zu können. Diese Herangehensweise wird sowohl von Business wie auch von der IT Strategie unterstützt. Trotz dieser klaren Strategie und der deutlichen Unterstützung zeigt sich aber im täglichen Betrieb, dass die Use Cases sich nicht immer deutlich abgrenzen lassen und so auch mit nicht präferierten Tools in bestimmten Use Cases gearbeitet wird. Dieses war natürlich eine Steilvorlage für SAP, für ihrer Strategie ein Tool für alle Use Cases in der Cloud anzubieten.

Das Thema Standardisierung wurde auch im zweiten Kundenvortrag aufgegriffen und anschaulich von Wolfgang Denzel, Leiter CC BI bei Migros-Genossenschafts-Bund, präsentiert. Hierbei wurde auch deutlich, dass es neben der Unterstützung der Strategie von SAP auch eine Reihe von Problemen und Herausforderungen im Alltag bei der Umsetzung gibt. Die klaren Worte halfen der Veranstaltung zu einer kontroversen Diskussion über den aktuellen Stand, den aufgezeigten Weg und die kundenspezifischen Herausforderungen. Wolfgang Denzel konnte aufzeigen, wie es durch eine starke Einbindung der Endkunden gelang, ein weithin akzeptiertes Dashboard zu entwickeln und hierbei auch an den Mehrwert für weitere Endkunden zu denken. So wurden nicht nur die Anforderungen sauber von den Endkunden abgeholt, die Anwender durch ein frühzeitiges Feedback an der Lösungsfindung aktiv beteiligt, sondern die technische Lösung wurde auch in Form eines Templates realisiert. Dies hat zu begeisterten Anwendern bei dem Globus Dashboard geführt und das Template konnte dann bei den nächsten Anforderungen erneut eingesetzt und weiterentwickelt werden, sodass auch die Entwicklungsaufwände bei jeder weiteren Realisierung sanken und voraussichtlich auch noch weiter optimiert werden können.

Am Vormittag des zweiten Tages konnten wir gemeinsam die Strategie von SAP besser verstehen, die Stefan Sigg, Senior Vice President Analytics SAP SE, verständlich darstellte. Sein Vortrag begann mit der Darstellung der Bedeutung der Cloud für SAP. Es ist extrem wichtig für SAP hier als innovatives Unternehmen wahrgenommen zu werden, sei es von Analysten oder auch von Kunden, die teilweise heute noch keine Anforderungen an Cloud-Lösungen haben, jedoch eine Cloud-Strategie von ihren Softwarelieferanten erwarten. Insbesondere auf dem amerikanischen Markt ist es aber auch schon heute oftmals eine entscheidende Anforderung der Unternehmen, dass eine Cloud-Lösung vorhanden sein muss. SAP schätzt auch den europäischen Markt so ein, dass das Thema Cloud hier zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da ein solches Produkt nicht über Nacht entwickelt werden kann, investiert SAP schon heute die Lösung, um bei Nachfrage ein entsprechendes Angebot in hoher Qualität verfügbar zu haben. Aus Sicht der Entwicklung bietet sich mit der Cloud auch die Chance kompromisslos die Vorteile, die sich aus der SAP HANA Plattform ergeben, zu nutzen. SAP ist sich durchaus bewusst, dass viele Kunden heute noch nicht an diesem Punkt stehen. Daher werden die On Premise Tools weiterentwickelt und zusammengeführt.

Strategisch kann man nur allen Kunden raten, sich intensiv mit der SAP Business Cloud auseinanderzusetzen. Der Ansatz ist ja nicht nur, ein Tool für alle Use Cases bereitzuhalten, SAP durchbricht damit die Silo-Welt bisheriger analytischer Werkzeuge. SAP ersetzt damit diese Silos durch die Möglichkeit in Workflows ohne Medienunterbruch zu arbeiten.

Mit der SAP BusinessObjects Cloud schafft SAP eine analytische Plattform, die die Grundlage für weitere Applikationen bildet. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Boardroom. SAP macht mit ihrem Boardroom die Erfahrung, dass dieser spielerische Ansatz, interaktiv mit Daten, Präsentationen und Dashboards während eines Meetings zu arbeiten, zu neuen Erkenntnissen und zu qualitativ besseren Meetings führt. Natürlich können nicht alle Fragestellungen die ad hoc in einem Meeting auftauchen, auch ad hoc in dem Boardroom gelöst werden. Aber die Erfahrung zeigt, dass die Möglichkeiten die Qualität der Entscheidungen erhöht. Der Boardroom ist hierbei nur die erste Applikation, die auf der SAP Business Cloud basiert, weitere werden folgen.

Stefan Sigg ist es gelungen, anschaulich darzustellen, warum und mit welcher Motivation die SAP ihre Initiativen im Bereich Analytics vorantreibt. Mit besonderem Interesse ist bei den Kunden aufgenommen worden, dass die SAP eine Business Content Offensive starten wird, um für die Kunden den Einstieg in die neuen Produkte leichter zu gestalten. Für SAP besteht die Welt nicht nur aus Cloud, Boardroom und BW/4HANA. S/4HANA ist für SAP ein wichtiges Produkt, in dem auch analytische Funktionen und Content integriert sind. Dies kann im Einzelfall zu Spannungsfeldern in der Applikationslandschaft und der IT Strategie bei den Kunden führen. Und es ist natürlich auch richtig, dass mit der Einführung von SAP HANA einige Argumente für ein Data Warehouse weggefallen sind. Sollten das die einzigen Gründe gewesen sein, warum sich ein Kunde für SAP BW entschieden hat, so ist es in der Zukunft nicht mehr notwendig, ein separates Data Warehouse zu betreiben. Jedoch sieht die SAP bei vielen Kunden auch weiterhin Anforderungen, die sich optimal nur mit einem Data Warehouse abbilden lassen. Gerade vor diesem Hintergrund hat sich die SAP entschieden, das Produkt BW/4HANA zu entwickeln. BW/4HANA wird nicht alle Anforderungen der Zukunft lösen können. Es ist jedoch ein wichtiger Baustein um auf aktuelle Anforderungen angemessen reagieren zu können. So ist es erfolgskritisch, weitere Datenquellen nahtlos in die Applikationslandschaft zu integrieren. Genannt seien hier beispielhaft Hadoop, Social Media Daten usw. An diesem Beispiel wird das Zusammenspiel von SAP HANA Plattform, S/4HANA, BW/4HANA und SAP BO Cloud deutlich.

Zum letzten Mal auf der Bühne konnten wir Norbert Egger, Chairman der CubeServ AG, begrüssen. Er zeigte in seinem abschliessenden 90-minütigen Vortrag auf, welche weitreichenden Möglichkeiten schon heute in der SAP BO Cloud realisiert wurden. Diese stehen heute schon dem Kunden uneingeschränkt zur Verfügung. Neben weitreichenden Visualisierungsmöglichkeiten, Data Exploration, der Einbindung unterschiedlichster Daten über die HANA, Planungsfunktionalitäten sind in den letzten Wochen auch die ersten Predictive Funktionen freigegeben worden. Das Thema ist für die meisten Kunden noch ein Zukunftsthema. Aber der Vortrag hat gezeigt, was heute schon möglich ist, und hat Anwesende dazu animiert sich in Projekten mit dem Produkt auseinanderzusetzen.

Zum Schluss der Veranstaltung wurde es emotional, die Verabschiedung und der Dank an Norbert berührten jeden Anwesenden.

Insgesamt war es ein sehr gelungener Anlass. Ich möchte mich auf diesem Wege bei allen Mitwirkenden bedanken. Eine solch produktive Atmosphäre entsteht nur durch das Engagement aller, sei es auf der Bühne oder in der Diskussion der verschiedenen Themen.

Vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

Adrian Bourcevet
Managing Director CubeServ AG